Die Geschichte einer aufstrebenden Skiregion

Saalbach Hinterglemm hatte es im Verlauf der Geschichte nicht immer einfach. Doch mit Ehrgeiz, Fleiß und stetigem Zusammenhalt haben es die Menschen des Tals geschafft. Von einem einst armen Bauerndorf, das ums Überleben kämpfen musste, haben sie sich hochgearbeitet und leben heute in einer erfolgreichen Skiregion.

Saalbach Hinterglemm – wer im Winter seinen Freunden davon berichtet, dorthin zu fahren, teilt ihnen gleichzeitig auch mit, was er dort gedenkt zu tun. Skifahren, Snowboarden, Alpinsport. Das ist es, was ganz klar in den Köpfen der Menschen mit der hügel- und bergreichen Region verbunden ist, die mit dem Skicircus mit Liften, Almen und Pisten aller Schwierigkeitsstufen bestens ausgerüstet ist. Tatsächlich hat das Ski-Fahren und generell der Alpinsport in der Region eine lange Tradition und Geschichte. Bis zum Jahre 1898 lässt sich heute urkundlich zurückverfolgen, wie das heute allseits beliebte Saalbach Hinterglemm sich zu der Traum-Skidestination entwickelte, die es heute darstellt.

1898-1906: Die Anfänge

Kaum zu glauben, aber im Jahre 1898 ist die Region weit vom Status einer wohlhabenden Tourismusdestination entfernt. Saalbach Hinterglemm ist zu dieser Zeit ein armes Bauerndorf. Das Land Salzburg selbst erlebt zwar einen wirtschaftlichen Aufschwung, doch am Glemmtal geht dieser vorbei. Zu abgelegen ist die Gegend. Zu wenig kabb man damals ohne Internet und Kommunikationsmittel der heutigen Zeit Anschluss an die Welt „da draußen“ finden. Statt also den Aufschwung bedingt durch den Tourismus zu genießen wie der Rest des Salzburger Landes, arbeiten die Bewohner des damaligen Bauerndorfes Saalbach Hinterglemm hart, um sich und ihre Region vor dem Zerfall zu bewahren. Großer Optimismus, eine bescheidene Lebensführung und Zusammenhalt verbunden mit einer Riesenportion Fleiß sind es, mit denen sich die Menschen am Leben halten. Josef Wallner, ein Bauernknecht beim Reiterbauern in Vorderglemm, war es dann, der seine Heimat in Hinterglemm besucht und dort ein Sportgerät hinterlässt, das die Dorfbewohner sehr erstaunt: Die damals genannten „Sky“, der Vorläufer unserer heutigen Ski. Diese wiederum geraten in die Hände des damaligen Saalbacher Oberlehrers Peter Höll, der bereits von der Bedeutung und Anwendung des Gerätes gehört hat. Er erprobt sich selbst im Alpinsport und ist begeistert, lässt neue Ski-Bretter nachbauen und gibt Unterricht. Auch seine Schüler sind begeistert. Militäreinheiten sind es, die die ersten Touristen in Saalbach Hinterglemm bilden. Sie übernachten im Gasthaus Neuhaus, dessen Wirtin ungewöhnlich modern war und sich darauf verstand, Skitouristen zu bewirten. Sie spürt die besondere Freundlichkeit der Skiurlauber und empfängt sie ihrerseits mit warmer Gastfreundschaft. Manch ein Gelände ist bereits geeignet zum Skifahren – doch was man heute an Annehmlichkeiten hat, Skilifte, Unterkünfte, zahlreiche Wirtschaften, all das fehlte damals. Die Bewohner des Glemmtals haben ihrerseits jedoch andere Sorgen, kämpfen um ihr Überleben. So kommt es, dass der Ort Saalbach nicht in den damaligen beliebten Reiseführer „Illustrierte Reisealbum München“ aufgenommen wird, der es hätte fördern können.

1906- 1932: Die ersten Wettrennen

Immer mehr Menschen hören trotzdem über Hören-Sagen von dem Tal, das zwar versteckt liegt, aber wunderschön und voller gastfreundlicher Leute sein soll. So gewinnt die Region trotz der nicht vorhandenen Werbung durch einen offiziellen Reisekatalog als Skiregion an Bedeutung. Die Kinder sind ohnehin begeistert vom Skifahren und die Lehrer bemühen sich, ihnen allen den Alpinsport beizubringen. Nur: Auch jetzt noch leiden die Menschen unter schlimmer Armut. Die Lehrer unternehmen alles, um diesen Übelstand abzustellen und haben Erfolg. Die Region gewinnt an Spendern und Stiftern, die den Kindern Skier zur Verfügung stellen. Am 11. März 1913 ist der Tag eines großen Ereignisses in Saalbach. Es findet der erste Wettlauf mit 17 Schülern statt. Das Wettrennen begeistert nicht nur die Jugend, sondern auch ihre Eltern und alle Zuschauer. Zusätzlich zum Turnunterricht wird der Skisport zum offiziellen Schulfach aufgenommen. Ein Jahr später der nächste große Erfolg: Oberlehrer Ludwig Ramsauer gründet gemeinsam mit Lehrer Hermann Hueter den „Wintersportverein Saalbach“. Der Anfang für den heutigen Skicircus ist gesetzt. Der erste Weltkrieg (1916-1918) schadet der Region wie dem ganzen Land und die Menschen müssen wieder Hunger leiden. Ein paar Jahre lang wird sogar eine Besuchersperre verhängt, damit die Touristen den Einheimischen das Essen nicht „wegessen“. Es kann im Jahre 1921 jedoch durch die Förderer des Skisports erwirkt werden, dass das Verbot wieder erlassen wird. Erst nach und nach kann wieder Geld verwendet werden, um in den Skitourismus zu investieren. Doch das hält die Entwicklung nicht auf. Im Sommer werden bereits 3.000 Gästeübernachtungen gezählt, in den Wintermonaten sogar mehr als 30.000 (!).

1933-1950: Skilifte werden gebaut

Unter Hitler leidet das ganze Land, so auch das Glemmtal. Die Touristen werden wieder weniger, es darf nicht viel Geld ausgegeben werden für den dringend benötigten Ausbau der Tourismuswirtschaft. Doch noch während der Zeit Hitlers rappelt sich die Region erneut auf, eröffnet 1936 die ersten Parkplätze für Besucher und baut 1937 die Glemmerstraße aus. 1945 gründen risikofreudige Männer die „Schiliftgesellschaft Saalbach“ und beginnen mit dem Bau des ersten Liftes auf den Kohlmais. Der erste Schlepp- und Sessellift ist geboren. 1946 entsteht die lang herbei gesehnte Werbung: Der Werbefilm „Schidorf Saalbach“ entsteht und begeistert in vielen Kinos Österreichs die Zuschauer. Es finden immer mehr Wettbewerbe statt wie Landesmeisterschaften und der Abfahrtslauf „Saalbacher Schneekristall“, das Drei-Pisten-Rennen und dergleichen. Die skibegeisterte Jugend wird besonders gefördert. Die Skiwelt wird auf die perfekte Organisation aller Veranstaltungen in Saalbach Hinterglemm aufmerksam. Die Gemeinde setzt wichtige Maßnahmen wie die Elektrifizierung des ganzen Gemeindegebiets, einen fortgesetzten Straßenbau und die Verbesserung der Infrastruktur. Besonders gerühmt wird die Region auch von den Salzburger Nachrichten 1950 dafür, dass „alle an einem Strang ziehen“. Trotz vieler Stolpersteine in der Geschichte zählt Saalbach Hinterglemm nun zu den Großen Vier des Fremdenverkehrs im Lande Salzburg. Auch die Seilbahnen werden nach und nach aufgestockt und verbessert.

1950-heute: Ein Skiparadies

Von da an geht es nur noch bergauf. 1991 findet die erste Ski WM in Saalbach Hinterglemm statt. Sie ist ein voller Erfolg. Traumhaftes Wetter und erfolgreiche Sportler machen das Event zu einem echten Ereignis. In den weitern Jahren bis heute bauen die Menschen in Saalbach Hinterglemm Stück für Stück den Skicircus auf. Schließlich gibt es 60 Seilbahnen und Lifte, die die Gäste auf über 200 Kilometer gepflegte Skipisten befördern. Saalbach Hinterglemm wird zum berühmten Skiparadies und erreicht weltweite Bekanntheit. Quelle: http://www.saalbach.com/de/sommer/ortsinfo/chronik.html Copyright Fotos: Foto1: Dietmar Sochor Foto 2-4: TVB Saalbach-Hinterglemm

Indem Sie ohne Veränderungen Ihrer Standard-Browser-Einstellung weiterhin diese Seite besuchen, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden. Nähere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung